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Verglasung: Wie ausgeschrieben oder gut?

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„Sie, ich kann Ihnen die Verglasung gerne so anbieten, wie Sie es ausgeschrieben haben. Aber ich rufe Sie an, weil ich Ihnen etwas anderes empfehlen würde …“ Ja, wir nehmen schon mal den Telefonhörer in die Hand, wenn wir eine Ausschreibung bekommen und sehen: So funktioniert das nicht.

Verglasung mit Profil

Das war zum Beispiel bei der Ausschreibung für das Holiday Inn in Mannheim so. Die Duschabtrennung in den Zimmern sollte nur eine Glasscheibe sein, die vom Boden bis zur Decke reicht. Unten war ein U-Profil geplant, in der Wand und der Decke sollten wir ein zusätzliches Profil mitbringen.

Ich sagte zu dem Zuständigen: „Das ist schon grundsätzlich machbar, aber ein U-Profil im Boden ist nicht sinnvoll. Sie haben dann nicht nur ein Abdichtungsproblem, sondern es fängt sich auch der Schmutz in diesem Profil. Den bekommen Sie auch nicht mehr raus. Es folgt die Schimmelbildung und es entwickelt sich ein unangenehmer Geruch. Wir machen Ihnen jetzt so das Angebot, kommen aber gerne mal bei Ihnen vorbei und zeigen Ihnen, was wir meinen.“

Das haben wir dann getan und dem Kunden vor Ort erklärt, welche andere Lösung wir vorschlagen, sowohl für den Boden als auch für die Decke. Eine entsprechende Musterdusche haben wir auch aufgebaut. 

Das konnte der Kunde nachvollziehen und hat es so gekauft.

Unsere Verantwortung

Solche Anrufe und Besuche sind für mich ein Aufwand, den ich gerne leiste. Ich will meinen Kunden ja etwas verkaufen, mit dem sie lange zufrieden sind. Sonst haben die irgendwann ein Riesenproblem mit den Folgeschäden. 

Wenn sie dann trotzdem auf ihren ursprünglichen Wünschen bestehen, schauen wir natürlich auch, was wir tun können. Aber von einigen Qualitätsstandards weichen wir einfach nicht ab – das sehen wir als unsere Verantwortung. 

So verbauen wir standardmäßig nur 8mm-Glas. Das machen wir einerseits aus Sicherheitsgründen. Eine Scheibe aus 8mm dickem Glas hält es aus, wenn Sie mal dagegen fallen. Bei einer 4 oder 6mm dicken Scheibe ist das schon kritisch. Außerdem empfehlen wir im Duschbereich immer eine rahmenlose Bauweise, weil Sie in Rahmen immer eine Kalkablagerung haben. Das geht aber mit 4mm-Glas nicht. 

Diese Qualität hat allerdings ihren Preis. Das kann ich den Kunden auch gut erklären, wenn dann doch die 4 oder 6 mm in der Ausschreibung stehen. Aber es ist, wie es ist: Manche interessiert das, anderen nicht – dann wird es schwer. Aber ich habe es wenigstens versucht.

Ein bisschen Stolz

Die Ausschreibungen selbst werden nur selten auf unsere Beratung hin verändert und schon gar nicht, wenn es öffentliche Ausschreibungen sind. Aber oft können wir unsere Kunden im direkten Gespräch überzeugen, dass eine andere Lösung besser ist. Die merken ja schnell, dass wir Ahnung von der Sache haben und vertrauen auf unsere Kompetenz. Und ich bin jedes Mal auch ein bisschen stolz, wenn ich weiß: Dieser Kunde wird jetzt wesentlich länger Freude haben an dem, was er kauft, als wenn wir einfach seine Vorstellung umgesetzt hätten.

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